DerSemit

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern

Sehr geehrter Herr Pfr. Schöps,

mit Erstaunen und Zorn habe ich Ihren offenen Brief in Broders Hassblog gelesen. Wundert mich, dass Sie nicht wissen oder wussten wer Broder ist und wofür er steht. Zzt. steht er hierzulande für den aggresivsten, primitivsten und rassistischen Antiislamismus schlechthin und in seinen Büchern predigt er Intoleranz und Rassenhass.
Dass Sie und Ihre Kollegen sich nicht schämen dort zu publizieren, wundert mich.

Sie kritisieren Frau Dagdelen von DIE LINKE, weil sie sitzen geblieben ist, als der gesamte Bundestag Shimon Peres aplaudierte. Ihr und ihren Kollegen, die auch sitzen blieben, gebührt Hochachtung und Respekt für den Mut, den sie bewiesen haben, der Ihnen offensichtlich fehlt.

Sie zitieren die Worte von Peres und werfen Dagdelen und den anderen vor sich nicht an der Stelle jedes anderen denken zu können bzw. zu wollen. Haben Sie denn Herrn Shimon Peres gefragt, ob er sich an der Stelle eines x-beliebigen Palästinenser denken kann, dessen Land geraubt wurde und der zB, wenn er im sog. demokratischen Israel lebt, seit 60 Jahren auf eine Baugenehmigung wartet. Ob er sich in einen Palästinenser in Gaza hineindenken kann, der nicht nur sein Haus verloren hat, von den 1400 und mehr Toten ganz zu schweigen, sondern der auch von den Israelis, also von Shimon Peres, daran gehindert wird es neu aufzubauen.

Ihre Heuchelei und die Heuchelei des Bundestages stinkt zum Himmel und sie sollten sich schämen im Namen von Jesus Christus zu sprechen, denn Jesus würde heute als erster die Juden verklagen und einen Shimon Peres verfluchen. Glauben Sie, dass Jesus heute in der Lage wäre von Nazaret nach Jerusalem zu reisen und reibungslos hundert Checkpoints passieren?

Shimon Peres ist der Vater der israelischen Atombombe. Soll man vor einen solchen Menschen Respekt haben. Und wagen Sie es ja nicht mir mit dem Holocaust, mit seinem Grossvater und Vater, der dabei umgekommen ist, zu kommen. Meine ganze Familie mütterlicherseits ist in Ausschitz umgekommen. Ausschiwtz ist aber keine carde blanche für den Mord an den Palästinensern und das Leid und Unrecht, das man ihnen zufügt.

Und Sie wollen jetzt Frau Dagdelen und ihren Komplizen die Tore Ihrer Kirche zusperren? Ihre Kirche ist es nicht wert betreten zu werden.

Ich werde mir erlauben in meiner Zeitschrift SEMIT über den Fall zu berichten und Sie und Ihre Kollegen nasckt hinzustellen als Träger einer zweifelhaften Moral, die vor Mörder Respekt hat.

Abraham Melzer
Herausgeber und Chefredakteur von
www.dersemit.net

 

‚Wir können ihnen nicht vergeben, dass sie uns zwingen, ihre Kinder zu töten …‘

Ich hatte mein Editorial schon geschrieben, als ich plötzlich an diesen unsäglichen Satz von Golda Meir erinnert wurde, die ja auch gesagt hat, dass sie ein palästinensisches Volk nicht kennt. Die mich daran erinnert hatte, war Lala Süsskind, die Vorsitzende der jüdischen Gemeinde von Berlin, die das anlässlich einer Solidaritätskungebung mit dem militanten Israel gesagt hatte. Sozusagen als Anlehnung an den berühmten, ironischen Kalauer von Henryk M. Broder: „Die Deutschen werden den Juden Auschwitz nie verzeihen.“

Weiterlesen...
 


Banner

SEMIT 3/2010 AB 5.6. im Handel